Löbau, Promenadenring 12 (300.) nach der Umgestaltung,
jetzt wieder Straßenverkehr in beide Richtungen + Fahrstreifen für Radfahrer
 
Löbau, Promenadenring 12 (300.) vor der Umgestaltung
 
Straßennamen - Umbenennung: 
Promenadenstraße > Hermann-Göring-Straße > Breitscheidstraße > Ernst-Thälmann-Ring > Promenadenring
 
   Löbau, Promenadenring 12
- erbaut 1924 als Druck- und Verlagshaus der Sozialdemokratischen Partei

  Deutschlands (SPD), zur Herausgabe der "Volkszeitung für die Oberlausitz"
- 1935 Umbenennung in Herrmann-Göring-Haus ("Braunes Haus"-
   Pressehaus der NSDAP)
- 1945 Umbenennung in Ernst-Thälmann-Haus (Sitz der SED-Kreisleitung)
- 1990 wieder im Besitz der SPD
- 2013 verkauft an Privat
 
Leerstand seit 1992
 
Löbau, Ernst-Thälmann-Ring, 1. Mai 1971 - Demonstration vor dem Ernst-Thälmann-Haus,
Sitz der SED-Kreisleitung
 
Propagandamaterial der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED), 1970er Jahre
Quelle: Sammlung Frank Rätze
 
Löbau, Ernst-Thälmann-Ring 12 - Ernst-Thälmann-Haus, Sitz der SED-Kreisleitung Löbau.
"Wir wählen die Kandidaten der Nationalen Front", Volkskammerwahl am 10. Oktober 1967
 
Löbau, Ernst-Thälmann-Ring 12 - SED-Kreisleitung mit Richtfunkverbindung Löbau - Zittau, 1966
 
SED Sozialistische Einheitspartei Deutschlands
Kreisleitung Löbau /Sa.
Briefabsender, 1954
Quelle: 008
Löbau, Ernst-Thälmann-Ring 12 -
Anzeigenannahme für die Sächsische Zeitung,
Kreisgeschäftsstelle, 1952
Quelle: "SZ", Nr. 242
Löbau, Promenadenstraße - Festumzug "300 Jahre Oberlausitz" vor dem Hermann-Göring-Haus, 1935
Sammlung Eva Scherwinsky
 
Löbau Sa. Hermann-Goering-Haus u. Strasse - Ansichtskarte, um 1935
Quelle:  Sammlung Harald Starke
 
Löbau, Hermann-Göring-Straße 12 "Hermann-Göring-Haus" - Hausbesitzer: Stadtgemeinde Löbau, 1935
Quelle: 007
 
Gruppenstab des Reichsarbeitsdienstes im Hermann-Göring-Haus, 1936
 
Antifaschist und SPD-Mitglied Emerich Ambros in Löbau  >>> Lebenslauf siehe hier: http://saebi.isgv.de/biografie/Emmerich_Ambros_(1896-1933)

Foto-Quelle: Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., Dresden

E. Ambros
 
 Noch vor der Ermordung von Emerich Ambros wurde das KPD-Mitglied Walter Böge (geb. 6. April 1892 in Görlitz, wohnhaft in Ebersbach, Steinbrucharbeiter) am 20. März 1933 von SA-Angehörigen in Löbau, Nähe Nicolaikirche erschossen.
"Warnung!" - Bericht im Sächsischen Postillon am 23. März 1933, siehe unten!

Foto-Quelle: Stadtarchiv Ebersbach
 Recherche: Günter Vogel

W. Böge
Walter Böge auf der Flucht aus dem Braunen Haus erschossen, SP 23.03.1933
 

Eine schockierende Begebenheit sei an dieser Stelle noch erwähnt.
Mein Großvater Richard Paul wurde wegen seiner Zugehörigkeit zur SPD im Jahre 1933, innerhalb der NS-Massenverhaftungen durch die SA, im früheren Hermann-Göring-Haus (Promenadenring 12) schwer mit Gummiknüppeln misshandelt. Anschließend wurde er mit Fußtritten aus dem Haus geworfen, so dass er fast über die damals existierende Brüstung gestürzt wäre. Wegen seiner Verletzungen begab er sich zum Dr. Nedon, der einen Schaden an den Nieren infolge der massiven Gummiknüppelschläge  diagnostizierte. Mein Großvater berichtete, was vorgefallen war. Trotzdem nahm Dr. Nedon seine ärztliche Pflicht war und behandelte meinen Großvater. Dies hätte durchaus auch Konsequenzen für seine Person haben können.
siehe auch > Dr. Fritz Nedon, Löbau, Goethestraße 2
Erinnerungen von Günter Vogel

 
Reproduktion einer Gedenkkarte anlässlich der Besetzung der „Volkszeitung für die Oberlausitz“ durch die SA am 08.03.1933
Quelle: Stadtmuseum Löbau, Repro: Eckhard Storch
 
Löbau, Ostsachsen-Druckerei - Ansichtskarte (Ausschnitt), um 1930   
 
Eingang am Promenadenring, 2013
 
Unsere Oberlausitz, Kalender 1932 -  Kalenderverlag der Ostsachsen-Druckerei m.b.H., Löbau
Quelle: 008
 
Löbau, Promenadenstr. 12 - Adressbuch, 1929
Quelle: 007
Volkszeitung für die Oberlausitz - Briefabsender, 1930
Quelle: 008
 
Genossenschafts-Druckerei Ost-Sachsen GmbH - Ansichtskarte, 1926
 
Dieses Foto entstand um 1920. Auf den Grundmauern des Hauses links im Vordergrund wurde die Druckerei erichtet.
Quelle: Stadtmuseum Löbau
 
Nach der Machtergreifung der Nazis war hier eines der ersten “Wilden Konzentrationlager“. Frau Marie Wobst, Historikerin, recherchierte umfangreich über die Geschichte dies Hauses als örtliche Zentrale der Macht.
Foto: Eckhard Storch, 27.06.2023