Wendisch Paulsdorf bei Löbau - Rittergutsbesitzer

1436 Stadt Löbau 1787 Carl Michael Mühle
1630 Heinrich von Rabenau 1797 August Benjamin u.Louise Frederike Leonore Mühle
1661 Siegfried von Rabenau 1804 Peter Mosig von Aehrenfeld
1687 Carl Gottlob von Rodewitz 1805 Johann Christoph von Leuthold
1696 Caspar Gottlob von Theler 1827 Anton Balthasar von Rabenau
1704 Johann Hartwig von Nostitz 1841 Hans Carl Florian von Nostitz-Drzewiecki
1709 Hans Caspar von Berge um 1900 Theodor Dürr
1725 Carl Heinrich von Rechenberg  
1765 Henriette Caroline von Rechenberg Quelle: 018
 
 
 Rittergut Wendisch Paulsdorf - Stempel, 1920
 
Johanna von Nostitz-Drzewiecki
Das Rittergut Wendisch-Paulsdorf war von 1854 bis 1883 im Besitz von Hans Carl Florian von Nostitz-Drzewiecki. Er wurde am 5.7.1806 in Drzewic, im damaligen neugebildeten Herzogtum Warschau
geboren und verstarb am 23.1.1883 in Dresden. Nach seinem Tod wurde das Rittergut Wendisch-Paulsdorf von den Erben an Leutnant a. D. Theodor Dürr verkauft.

Hans Carl Florian von Nostitz-Drzewiecki war von 1854 bis 1873 Abgeordneter der Rittergutsbesitzer der Oberlausitz im Sächsischen Landtag. Er war mit Johanna, geb. von Krieger, geb. 1833, verheiratet.
Ich gehe davon aus, dass Frau Johanna von Nostitz-Drzewiecki (vermutlich 2. Ehefrau von Hans-Carl-Florian von Nostitz-Drzewiecki) nach dem Eigentumswechsel des Ritterguts Wendisch-Paulsdorf, etwa zwischen 1902 und 1906 das Haus Löbau, Schulgraben Nr. 6 erwarb und mit den Bediensteten dort einzog. Nach den mir vorliegenden Unterlagen ist sie 1920 in Dresden verstorben.

Günter Vogel recherchierte
 
 
Liste der Mitglieder des Sächsischen Landtags 1851/52
II. Kammer - Auszug -
Abgeordnete der Rittergutsbesitzer - Auszug -
Oberlausitz Carl Moritz Brescius, Vertreter Paul Hermann
Oberlausitz Friedrich Theodor von Criegern, Vertreter Friedrich Wilhelm Schmalz
Oberlausitz Hans Florian von Nostitz-Drzewiecki, Vertreter Carl Jockisch-Scheuereck
Oberlausitz Ernst Adolf von Rex-Thielau, Vetreter Albert Herrmann Ferdinand von Oppen-Huldenberg
Oberlausitz Richard Wahle, Vertreter Felix Theodor August Freiherr von Gutschmid
Quelle: 019
 
Zuchtbullen aus dem Rittergut Wendisch Paulsdorf, 1920
 
Postkarte an Frau Geheimrat Dürr, 1911
Den Titel Geheimrat (Geheimer Rat) erhielten Personen, die zur Entscheidungsfindung in Politik und Wirtschaft maßgeblich beitrugen, die Anrede war Exzellenz.
 
Neujahrskarte von Theodor und Frau, 1908
 
1630 erwarb Heinrich von Rabenau das Rittergut Wendisch Paulsdorf.
Anfang des 20. Jh. gehörte es der Familie Dürr (Leutnant a. D. Theodor Dürr). 
Es gehörte zu den modernsten seiner Zeit. Alle Ställe waren mit fließendem Wasser ausgestattet, selbst das Entmisten war mechanisiert. Die Weiden rund um Wendisch Paulsdorf bis zum Löbauer Berg waren eingezäunt und mit modernen Tränken (Wasserleitung) versehen.
Nach dem Krieg wurde die Familie Dürr enteignet und flüchtete in die BRD.
Ins Haus kamen Flüchtlinge aus dem Osten. 
Mit der Bodenreform wurden auch einige Stallungen an Neubauern übergeben. Danach nutze die LPG alle Gebäude. Mitten im Hof stand im Sommer die Dreschmaschine, sie wurde von einem Traktor angetrieben. Alle Bauern brachten Ihr Getreide zum Dreschen.

Text: Dietmar Wendler
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Der frühere  Rittergutsbesitzer, Rittmeister Leutnant a. D. Theodor Dürr übernahm Anfang des 20. Jahrhundert das Rittergut Wendisch-Paulsdorf. Im Bestand des Rittergutes befand sich auch eine ca. 60-stückige  Rinderherde (Rinderherdbuch). Die Modernisierung der Landwirtschaft unter der Maßgabe des Herdbuchbestandes lag dem Rittergutsbesitzer sehr am Herzen. So wurde auch ca. um 1920  eine Trinkwasserversorgung geplant und errichtet. Ich glaube, es ist eine der ersten zentralen Trinkwasserversorgungsanlagen, die in dörflicher Umgebung in der Oberlausitz errichtet wurde.  Die Quelle lag im Schwarzbusch (gehörte früher zum Rittergut Wendisch-Paulsdorf – nach 1945 Bodenreformwald) auf Wendisch-Paulsdorfer Flur, unmittelbar an der Grenze zur Ebersdorfer Flur. Die Hauptleitung wurde bis in das Oberdorf zu einem Sammelbehälter geführt. Von dort erfolgte die Versorgung des Rittergutes (Trinkwasser für Mensch und Tier sowie Kühlung und Entmistung). Wer von den übrigen Wendisch-Paulsdorfer Grundstückseigentümern wollte, wurde an das Ortsnetz angeschlossen. Auch mein Urgroßvater, Herr Ernst Michler, als Eigentümer der Liegenschaft Wendisch-Paulsdorf Nr. 7 erhielt einen Anschluss. Als Gegenleistung wurde auf einem Teil seines Grundstückes (zur Dorfstraße) ein Verteilerschacht errichtet.

Etwa 1959 gab es Probleme mit der Wasserfassung im Schwarzbusch. Durch die Bewohner von Wendisch-Paulsdorf (damals Rosenhain B) wurden die schadhafte Stellen aufgegraben und durch Fachleute repariert. Nach 1990 erfolgte der Anschluss des Dorfes an das Sdier-Fernwassernetz. Die alte Wasserversorgung wurde nicht mehr benötigt und rückgebaut bzw. verfiel.
Text und Foto: Günter Vogel, 29.10.2013

 
 

Herr Vaatz recherchierte:

„Ich bin in meiner Eigenschaft als Briefmarkenprüfer auf diesen besonders schönen und wertvollen Brief gestoßen. Er ist aber leider ohne Inhalt. Es existiert nur das bloße Kuvert. Es gehört zu meinen Aufgaben, immer zu versuchen, auch die Authentizität von Adressaten und/oder Absendern zu überprüfen. Eigentümer des Gutes Wendisch-Paulsdorf war zur Übermittlungszeit des Briefes der Major a. D. Hans Karl Florian von Nostitz-Drzewiecki (1806-1883). Sein Sohn Hans (1837-1903) diente lebenslang im sächsischen Militär und ging im Rang eines königlich sächsischen Generalleutnants in den Ruhestand. Er heiratete 1861 (also zehn Jahre nach der Beförderungszeit des von mir abgebildeten Briefes)mit 24 Jahren eine Johanna von Crieger, die laut Wikipedia 1839 geboren wurde, zur Hochzeit also 21 Jahre alt war. Diese Johanna von Nostitz wäre diesen Angaben zufolge zur Beförderungszeit des Briefes 11 oder 12 Jahre alt gewesen, also ein "Fräulein", aber sie kann nicht von Nostitz geheißen haben, sondern sie hieß erstens von Crieger und dürfte sich zweitens schwerlich schon mit 12 Jahren auf dem Gut des künftigen Ehemanns aufgehalten haben. Es muss aber damals auf dem Gut eine Johanna von Nostitz gegeben haben. Es erhebt sich nun die Frage, ob nicht zufällig der damalige Hausherr Hans Karl Florian von Nostitz-D. und dessen Ehefrau Therese geborene von Uckermann, noch eine Tochter oder dort lebende Nichte - zufällig auch namens Johanna - gehabt haben könnte, die auf diesen Brief passen könnte.“